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Inkontinenz
Häufig gestellte Fragen
Kostenlose Servicenummer: 0800/0734415
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Frage 1:
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Frage 2:
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Frage 3:
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Frage 4:
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Antwort 1: Welche Inkontinenzformen gibt es?
Streßinkontinenz:
bei körperlicher Belastung, wie z.B. Niesen, Husten, Lachen oder anstrengender Tätigkeit (Heben, Treppensteigen), kommt es zu einer Muskelanspannung, die den Druck im Bauchraum und damit auf die Blase erhöht. Die Schließ- oder Beckenbodenmuskulatur kann diesem nicht standhalten, so daß der Betroffene unfreiwillig geringe Urinmengen- meist nur wenige Tropfen- verliert.
Dranginkontinenz:
die Blase ist kaum gefüllt, dennoch verspürt der Betroffene einen heftigen Harndrang, der so groß sein kann, daß der Urin nicht mehr bis zum Erreichen der Toilette gehalten werden kann. Sowohl bei der sensorischen Dranginkontinenz (bei Harnwegsinfekten, Blasensteinen oder Tumoren) als auch bei der motorischen Dranginkontinenz (altersbedingt) geht der Urin schwallartig ab.
Reflexinkontinenz:
die Blasenentleerung erfolgt ganz plötzlich reflexartig ohne Harndrang. Diese Form der Inkontinenz tritt auf, wenn die Verbindung zwischen Steuerzentren im Gehirn und der Blase gestört ist (bei Rückenmarksverletzungen, Tumoren in den Wirbelkörpern oder Stoffwechselerkrankungen).
Überlaufinkontinenz:
die Blase ist dauerhaft mit einer Restmenge Urin gefüllt, der in kleinen Mengen, manchmal auch tröpfchenweise, abgeht. Ursache hierfür sind Prostataleiden oder eine Verengung der Harnröhre, so daß sich die Blase nicht vollständig entleert (Restharnbildung).

Antwort 2: Welche verschiedenen Systeme zu Inkontinenzversorgung gibt es?
Es stehen eine Vielfalt wirkungsvoller Hilfsmittel zur Verfügung. Dabei unterscheidet man zwischen aufsaugenden und ableitenden Systemen.
Aufsaugende Systeme:
Inkontinenzslips und Einlagen aus saugfähigem Material nehmen den abgegangenen Urin auf. Die Produkte enthalten im Inneren ein Saugkissen mit sog. Superabsorbern. Eine Vliesumhüllung soll die Haut trocken halten. Eine Folie an der Unterseite dient als Auslaufschutz. Meistens handelt es sich um Einmalartikel, die in verschiedenen anatomischen Formen mit unterschiedlicher Saugkapazität angeboten werden.
Ableitende Systeme:
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Über ein Urinalkondom, welches - entweder selbsthaftend oder mit Haftstreifen bzw. Hautkleber - am Penis befestigt wird, kann der Urin, ohne mit der Haut in Berührung zu kommen, über einen Schlauch in einen Beutel abgeleitet werden.
Urinalkondome mit Rücklaufsperre können bis zu zwei Tagen getragen werden. Den Beinbeutel (wahlweise am Ober- oder Unterschenkel zu befestigen) gibt es in verschiedenen Größen. Für die Nacht können sog. Bettbeutel (1,5 oder 2 Liter) angeschlossen werden. Bei bestimmten Formen der Harninkontinenz muß der Harn instrumentell, d.h. mit Hilfe eines Katheters abgeleitet werden.
Eine Urinableitung per Dauerkatheter wird entweder durch die Harnröhre oder durch eine Punktionsstelle in der Bauchdecke eingeführt. Es besteht hierbei jedoch die Gefahr von Infektionen der Blase und Harnwege, so daß strenge Hygienevorschriften beachtet werden müssen.
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Einmalkatheterismus:
Der intermittierende Sebstkatheterismus (ISK) ist eine Alternative der Harnableitung bei Blasenentleerungsstörungen. Diese Methode kann der Betroffene nach ärztlicher Rücksprache und unter fachlicher Anleitung selbst erlernen. Sie trägt zu einer Förderung der psychischen und sozialen Freiheit des Patienten bei. Der Katheter mit dem jeweils erforderlichen Durchmesser wird unter sterilen Bedingungen in die Harnröhre eingeführt, wobei der Urin durch die sog. Augen des Katheters nach außen - entweder in die Toilette oder in ein Auffangbehältnis bzw. in einen direkt am Katheter angebrachten Urinauffangbeutel abfließen kann. Nach vollständiger Entleerung der Blase wird der Katheter dann wieder entfernt. Dieser Vorgang wird ca. 5 bis 7 mal pro Tag wiederholt. Bei den Einmalkathetern unterscheidet man zwischen beschichteten, deren Gleitfähigkeit durch Zugabe von NaCl (Kochsalzlösung) aktiviert wird, oder solchen, bei denen ein Gleitgel bereits aufgetragen ist oder seperat zugegeben werden muß. Wichtig ist in jedem Fall die sterile Handhabung.
Hilfsmittel für die Versorgung bei Harninkontinenz sind verordnungsfähig und zuzahlungsfrei. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn die Produkte im Zusammenhang mit einer Krankheit verordnet werden. Näheres hierzu beantwortet Ihnen gerne Ihr MCB-Team.

Antwort 3: Wie legt man Kondomurinale richtig an?
Kondomurinal mit Anbringhilfe
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Kondomurinal aus der Packung nehmen und Schutzpapier von Klebefläche entfernen. Urinal so an der Eichel anlegen, daß diese die Rücklaufsperre leicht berührt.
Mit der einen Hand das Kondomurinal an der Spitze halten, mit der anderen Hand die Anbringhilfe zur Peniswurzel hin über das Glied schieben.
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Nach vollständigem Anlegen Anbringhilfe nach unten abstreifen und Kunststoffnetz entfernen. Damit das Kondom gleichmäßig haftet, Penis umfassen und Kondom rundum leicht andrücken. Kondomurinal an das Ableitungssystem (Schlauch und Beutel) anschließen. Zum Abnehmen das Kondom langsam und vorsichtig abrollen.
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Kondomurinal ohne Anbringhilfe
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Kondomurinal aus der Packung nehmen, mit Daumen und Zeigefinger den Ansatz der Kondomspitze zusammendrücken und das Urinal an der Eichel anlegen. Mit der anderen Hand das Kondom auf dem Glied in Richtung Peniswurzel entrollen. Dabei Zeigefinger und Daumen weiter zusammengedrückt halten, so daß zwischen Eichel und Kondomspitze auf jeden Fall 1 bis 2 cm Abstand bleiben.
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Damit das Kondom gleichmäßig haftet, Penis umfassen und Kondom rundum leicht andrücken. Kondomurinal an das Ableitungssystem (Schlauch und Beutel) anschließen.
Zum Abnehmen das Kondom langsam und vorsichtig abrollen.
Wichtig! Bitte Kondomgröße vorher ermitteln:
Mit Hilfe einer Meßschablone wird die geeignete Kondomgröße ermittelt. Der Penis sollte mit einer nicht rückfettenden Seife oder Waschlotion gereinigt werden. Es dürfen keine Seifenreste auf der Haut verbleiben. Sorgfältig abtrocknen.
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Antwort 4: Welche Pflegehinweise sollen bei ableitenden Systemen beachtet werden?
Verwenden Sie zum Waschen des Genitalbereiches eine milde ph-neutrale Seife oder Lösungen, die keine Duftstoffe und desinfizierende Zusätze enthalten. So wird die Schonung der Haut am besten gewährleistet.
Benutzen Sie möglichst keine rückfettenden oder ölhaltigen Seifen. Das gleiche gilt für die Verwendung von fetthaltigen oder öligen Cremes bzw. Lotionen. Für die Hautpflege erhältlichen Pflegeschäume, Salben, Öle, rückfettenden Waschlotionen und Badezusätze pflegen zwar die Haut, beeinträchtigen aber das Haften des Kondomurinals wesentlich.
Schneiden Sie die Schamhaare regelmäßig zurück. So vermeiden Sie ein Verkleben der Haare mit dem Kondomurinal und dadurch verursachten Reizungen beim Abnehmen des Kondomurinals .
Um das Ablaufen des Harns zu verbessern und bei schwallartigem Harnabgang Rückstauungen zu vermeiden, soll beim Anlegen des Kondomurinals zwischen der Harnröhrenmündung und der Kondomspitze ca 1-2 cm Abstand gehalten werden. Die Penisspitze wird dadurch ebenfalls vor mechanischen Reizungen durch das Kondom geschützt.
Entfernen Sie das Kondomurinal durch langsames und behutsames Abrollen. Ziehen Sie es keinesfalls nach vorne ab.
Treten trotz sachgemäßer Versorgung Hautirritationen auf, konsultieren Sie sofort Ihren Arzt oder wenden Sie sich an das MediTeam von MediCenter.
Vermeiden Sie in jedem Fall Cremes oder Lotionen zur Selbstbehandlung, da diese die Haftung des Kondoms beeinträchtigen.
In Deutschland leben ca. vier bis fünf Millionen Menschen mit Inkontinenzproblemen. Jedem Betroffenen ist es möglich, mit der richtigen Versorgung und Unterstützung am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen.
Wenn Sie Fragen oder Probleme haben, wenden Sie sich bitte
an unser MediTeam unter der kostenfreien Servicenummer.
Wir stehen Ihnen jederzeit rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Telefonnummer der Rufbereitschaft bekommen Sie bei der ersten Schulung von MediCenter mitgeteilt.

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